Über mich

Phillips Elektronik Baukasten EEMit den EE-Kästen von Phillips fing es in den 1980er Jahren an. Mein Elektroniklabor war aber noch in schwarz, wobei ich nicht mehr weiß, ob das blaue Design nach dem schwarzen kam, oder umgekehrt.
Meine Mutter hatte ihn mir damals zu Weihnachten geschenkt. Den Kasten zu kaufen war gar nicht so einfach. Ich erinnere mich noch, als sie erzählte, dass sie ihn seinerzeit bei Karstadt kaufte und nach dem Bezahlen trotzdem die Diebstahl-Alarmanlage wild anfing zu bimmeln. So ein Elektronik-Baukasten löste damals wohl regelmäßig den Diebstahlschutz aus. 🙂

Am Anfang interessierte mich dieser Kasten irgendwie nicht. Ich weiß auch nicht, vielleicht lag es daran, dass das Geschenk den „bitteren“ Beigeschmack von „das ist Spielzeug, mit dem man auch was lernen kann“ hatte und man in den Winterferien alles andere als lernen wollte.

Aber irgendwann beschäftigte ich mich damit und es begann mir unheimlich Spaß zu machen. Die beigefügten Handbücher erklärten auf recht einfache Weise die Grundlagen der Elektronik und das Schöne war halt, dass es kein trockenes Lernen aus Büchern ist, sondern dass man alle Schaltungen die im Buch abgehandelt wurden, nachbauen konnte.

Phillips Steckfeder-System (links neuere Version)

Phillips Steckfeder-System (links neuere Version)

Philllips hatte seinerzeit ein Stecksystem mit Sprungfedern. Man steckte sie mit Kraft von unten durch die Löcher die auf dem Expermientierfeld massenhaft vorhanden waren. Dann nahm man ein Stück Draht oder ein elektronisches Bauteil und entweder mit den Fingern oder einem speziell beigefügten Werkzeug konnte man die Feder herunterdrücken, damit man durch eine Öse die nun freilag den Draht oder das Bauteil stecken konnte.
Spätere Federn  konnte man bequemer von oben in die Löcher drücken. Sie hatten den Vorteil, dass man nicht wie bei dem alten System zuerst die Feder abmachen musste, dann von unten durchstecken und dann die Feder wieder drauf stecken musste. Das war schon sehr mühselig.

Phillips Transitor

Phillips Transitor

Bei Bauteilen mit mehr als zwei Enden gab es kleine Platinen, auf die dann das Bauteil draufgelötet war und man es dann enstprechend der gebohrten Löcher an den Rändern die jeweils auch mit einem passenden Beinchen des Bauteils verbunden waren angeschlossen hatte. Hier mal ein Foto eines Transistors. Andere Elemente mit noch mehr Beinchen, bzw. komplette kleine Schaltungen hatten dann noch mehr Befestigungsseiten.

Auch lagen jedem Kasten sämtliche Schaltungen im Maßstab 1:1 bei, die man dann auf sein Steckbrett legte und so konnte man ganz einfach eine Schaltung nachbauen.

Phillips Schaltplanvorlage

Phillips Schaltplanvorlage

Das System von Phillips fand ich super, denn so gab es, angefangen von einem Basis-Set, verschiedene Ergänzungskästen um weitere Schaltungen bauen und manchmal auch sein Experimentierfeld erweitern zu können.

Ich weiß nicht wie innovativ das Phillips-System seinerzeit war, aber für mich als Kind und Jugendlicher war es das Genialste mit diesem Baukasten ein eigenes Radio zu bauen und noch viel cooler war es, damit sein erstes Videospiel zu bauen.

 

Phillips Videospiel

Phillips Videospiel

Gegen ein Computerspiel von heute ist das ein Witz, aber man beachte, dass hier 30 Jahre und mehr mittlerweile vergangen sind.
Außerdem ging es ja auch darum, dass man es – trotz Vorlage – selbst gebaut hatte.

Tja, und dann lag eines Tages mal der VC-20 unterm Weihnachtsbaum.
Jaaa, im Gegensatz zu vielen anderen die einen C-64 ihr Eigen nennen konnten, musste ich mich mit dem VC-20 begnügen. In den frühen Jahren des Computerzeitalters hatten ältere Elternmenschen noch eine gewisse Abneigung gegen Computer und vertraten die Meinung, Computer seien böse. Teufelszeug. Selbst auf der Arbeit kamen immer mehr Computer zum Einsatz und man traute den Dingern nicht.

Aber es war ok, denn auch mit dem VC-20 war ich sehr beschäftigt, aber die Elektronik-Basteleien wurden zu diesem Zeitpunkt immer uninteressanter, denn die vielen bunten Pixel die ein Heimcomputer erzeugt fesseln mehr einen Jugendlichen als Draht und elektronische Bauteile.

Dazwischen kamen Jahrzehnte in denen ich mich ausschließlich mit verschiedenen Computern und Betriebssystemen beschäftigte.
Irgendwann war kurz vor der Jahrtausendwende das Internet im Einzug. Ich höre mich heute noch sagen: „Das Internet wird niemals die BBS-Systeme (Bulletin-Board-Systeme – Vorgänger von Internet und eMails) und FIDO ablösen.“

Ich irrte mich. Alles ging schneller und auch schneller vorbei. Vom 300 Baud-Akustik-Koppler auf den man nach dem händischen Einwählen einer Mailbox nach dem Pfeifton den Standard-Deutsche-Bundespost-Telefonhörer auf die Muscheln des Akustikopplers legte um dann zuzuschauen wie der Bildschirm sich Buchstaben- und Zeilenweise aufbaute bis zum heutigen Tage mit VDSL50 (und mehr).

300-Baud-Akustikkoppler

300-Baud-Akustikkoppler

Vielleicht hat man das früher alles anders erlebt, aber die Zeit vor dem Internet war für mich gefühlt eine bessere Zeit. Es war irgendwie eine Zeit des Aufbruchs. Zu meiner Kindheitszeit etablierte sich langsam das Farbfernsehen in deutschen Wohnzimmern und man spielte noch richtig Draußen. Elektronik war heute gekauft nicht morgen schon wieder überholt. Man hatte lange was davon. Es gab zwar immer wieder Neuerungen wie Videospielautomaten und Videospielkonsolen für zu Hause, aber es war trotz allem nicht so eine Reizüberflutung wie heute.
Heute sieht man nur noch Auf-ihr-Smartphone-starrende-Zombies durch die Strassen flanieren und jeden Tag gibt es etwas Neues.

Aber einiges Neues hat auch sein Gutes, denn es kamen Raspberry Pi, Arduino und Co. heraus. Ende 2014 stieg ich ein und legte mir einen Raspberry Pi B+ zu. Das ganze in einem kleinen Bundle mit Breadboard, Widerständen, LEDs, Kabeln, usw.
Das war dann wieder der Einstieg. Es folgte wenige Monate später ein Raspberry Pi 2 der aktuell als Kodi-Mediacenter seinen Dienst verrichtet und dann packte es mich und ich fing an mich über das Arduino-System zu informieren.

Das ist noch relativ frisch, aber es macht unheimlich Spaß damit zu experimentieren und Dinge auszuprobieren. Mittlerweile habe ich den Bestand an Arduinos drastisch erhöht und so habe ich neben zwei Uno-Boards noch Pro Minis, Nanos, reine ATMega328-Prozessoren und Attiny85er-ICs in meinem Sortiment. Jede Menge Sensoren und dank dem Internet braucht es heute keine Handbücher mehr von Phillips, denn das Internet ist voll von interessanten Schaltungen und Informationen zum Arduino und Mikroprozessoren.

Warum also noch eine weitere Seite/Blog?

Sagen wir es mal so: Ich werde das Rad sicher nicht neu erfinden, aber da ich mir nach all den Jahren auch wieder alles vergessene neu beibringen muss, weiß ich wie aufwändig manchmal die Recherche im Internet ist um an die gewünschten Informationen zu gelangen und sie dann auch noch zu verstehen.

Daher möchte ich meine Versuche und Blogeinträge so gestalten, dass sie auch für den interessierten Anfänger sehr gut geeignet sein sollen und er genau so einen Spaß findet in die Welt der Ein-Platinen-Computer und Mikroprozessoren einzutauchen und selbst aktiv teilzunehmen am neudeutschen „IoT“, dem „Internet of Things“ wie ich ihn habe.

So, genug in alten Erinnerungen geschwelgt … Der ein oder andere wird sich bestimmt auch an Vieles zurückerinnern (Bin Baujahr 1973).

BauteileAbschließend wünsche ich Euch viel Spaß und viel Erfolg bei all Euren Experimenten. Ach ja, Anfänger sollten mal im Menü in den Bereich „Für Anfänger“ reinschauen. Dort existiert zur Zeit die Frage aller Fragen: Arduino oder Raspberry Pi? Weitere Seiten wie beispielsweise was für eine Grundausrüstung sinnvoll ist, werden folgen.